07 Jan.

NIS-2-Richtlinie: Cybersicherheit als neue Herausforderung

Die neue NIS-2-Richtlinie der Europäischen Union, die ab 2024 verbindlich für viele Unternehmen gilt, stellt den Mittelstand vor eine weitere anspruchsvolle Aufgabe. Die Richtlinie erweitert die bestehenden Anforderungen an die Cybersicherheit und verpflichtet nicht nur große Unternehmen, sondern auch viele mittelständische Betriebe, umfassende Maßnahmen zum Schutz ihrer IT-Systeme und Daten zu implementieren. Ziel ist es, die Resilienz gegenüber Cyberangriffen zu erhöhen und die Sicherheit kritischer Infrastrukturen in der EU zu stärken. Was fordert die NIS-2-Richtlinie konkret?

Unternehmen müssen unter anderem:

  • Risikomanagement betreiben: Sicherheitsrisiken in IT-Systemen müssen systematisch identifiziert, bewertet und minimiert werden.
  • Incident-Response-Pläne entwickeln: Maßnahmen für den Umgang mit Cybervorfällen, wie Hackerangriffe oder Datenlecks, sind vorzubereiten.
  • Meldefristen einhalten: Sicherheitsvorfälle müssen innerhalb von 24 Stunden gemeldet werden, um eine schnelle Reaktion zu ermöglichen.
  • Regelmäßige Audits durchführen: Die Einhaltung der Richtlinie wird durch regelmäßige Prüfungen überwacht.

Warum ist die Umsetzung für den Mittelstand schwierig?

Viele mittelständische Unternehmen verfügen nicht über ausreichende Ressourcen oder das technische Know-how, um die neuen Anforderungen zu erfüllen. Hinzu kommt, dass die Einführung solcher Maßnahmen oftmals mit erheblichen Kosten verbunden ist – etwa für neue Softwarelösungen, Schulungen der Mitarbeiter oder externe IT-Sicherheitsdienstleister.

Wie können Mittelständler die Herausforderung meistern?

  1. Awareness schaffen: Die Sensibilisierung der Belegschaft für Cyberrisiken ist der erste Schritt. Regelmäßige Schulungen können dazu beitragen, menschliche Fehler, wie das Öffnen von Phishing-Mails, zu minimieren.
  2. Externe Unterstützung nutzen: IT-Dienstleister und Berater, die auf Cybersicherheit spezialisiert sind, können bei der Einführung und Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen unterstützen.
  3. Förderprogramme in Anspruch nehmen: Der Staat bietet finanzielle Unterstützung, um Unternehmen bei der Umsetzung der NIS-2-Richtlinie zu entlasten.
  4. Standardisierte Lösungen einsetzen: Viele Anbieter bieten branchenspezifische IT-Sicherheitslösungen an, die kostengünstig und schnell implementierbar sind.
  5. Netzwerke und Plattformen nutzen: Austausch mit anderen Unternehmen oder Experten über Netzwerke wie den BVMW oder Plattformen wie „Mittelstand-Digital“ kann wertvolle Hinweise und Best Practices liefern.

Fazit

Die NIS-2-Richtlinie mag auf den ersten Blick wie eine weitere bürokratische Hürde wirken, birgt jedoch auch Chancen. Unternehmen, die frühzeitig in Cybersicherheit investieren, können sich nicht nur vor Angriffen schützen, sondern auch das Vertrauen von Kunden und Geschäftspartnern stärken. Zudem wird die Fähigkeit, den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen, künftig zu einem zentralen Wettbewerbsvorteil, da viele Geschäftspartner auf zertifizierte Sicherheitssysteme Wert legen werden.

Weitere Informationen finden Sie hier: NIS2 und Cybersecurity Erfolg statt Kostenfalle: Wie Cybersecurity nach NIS2 zum Erfolg für alle wird

01 Jan.

Die Herausforderungen für den Mittelstand in 2025

Der Mittelstand in Deutschland sieht sich derzeit mit einer Vielzahl komplexer Herausforderungen konfrontiert, die sowohl von globalen Entwicklungen als auch von innerstaatlichen Rahmenbedingungen geprägt sind. Diese Herausforderungen betreffen nahezu alle Branchen und Unternehmen und erfordern proaktive Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.

1. Energiebeschaffung und -kosten

Steigende Energiepreise belasten viele mittelständische Unternehmen erheblich, da sie direkt die Betriebskosten beeinflussen. Besonders energieintensive Branchen wie die Metallverarbeitung oder die Chemieindustrie stehen vor der Aufgabe, Wege zur Kostenreduzierung zu finden. Eine Möglichkeit besteht darin, in energieeffiziente Technologien oder erneuerbare Energien zu investieren. Damit können Unternehmen nicht nur ihre Abhängigkeit von teuren Energieträgern verringern, sondern auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

2. Fachkräftemangel

Der Fachkräftemangel bleibt eine der größten Herausforderungen. Qualifizierte Mitarbeiter zu finden und langfristig zu binden, gestaltet sich zunehmend schwierig, insbesondere in ländlichen Regionen. Mittelständler können sich durch gezielte Maßnahmen wie die Förderung der Weiterbildung, attraktive Vergütungssysteme, flexible Arbeitszeiten und eine positive Unternehmenskultur als attraktive Arbeitgeber positionieren. Besonders jüngere Generationen legen Wert auf soziale Verantwortung und Work-Life-Balance, weshalb Unternehmen ihr Employer Branding entsprechend anpassen sollten.

3. Rohstoffpreise und -knappheit

Die Verfügbarkeit von Rohstoffen ist oft unvorhersehbar, und Preisschwankungen stellen eine zusätzliche Belastung dar. Dies erschwert die Produktionsplanung und erhöht das Risiko von Lieferverzögerungen. Unternehmen, die frühzeitig auf alternative Materialien oder eine Diversifizierung ihrer Lieferanten setzen, können ihre Abhängigkeit reduzieren. Gleichzeitig gewinnt das Recycling von Materialien und die Nutzung von Sekundärrohstoffen an Bedeutung.

4. Lieferkettenstabilität

Globale Ereignisse wie die Pandemie, geopolitische Spannungen oder Naturkatastrophen haben gezeigt, wie fragil internationale Lieferketten sein können. Mittelständler sind häufig stark von wenigen Zulieferern abhängig, was das Risiko bei Störungen erhöht. Der Aufbau eines Netzwerks regionaler und internationaler Lieferanten kann die Resilienz der Lieferkette stärken. Digitale Tools zur Lieferkettenüberwachung helfen zudem, frühzeitig auf Probleme zu reagieren.

5. Digitalisierung

Die Digitalisierung bietet immense Chancen, stellt aber zugleich eine große Herausforderung dar. Viele Unternehmen haben Nachholbedarf, was die Einführung moderner Technologien oder digitaler Geschäftsmodelle betrifft. Die Automatisierung von Prozessen, die Nutzung von Datenanalyse oder der Aufbau eines Online-Vertriebs können die Effizienz steigern und neue Märkte erschließen. Unterstützung bietet hier das Programm „Mittelstand-Digital“, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert wird.
Die neue Richtlinie für Cybersecurity wird in diesem Jahr für Unternehmen der kritischen Infrastruktur verbindlich. Eine Übersicht bietet unser separater Artikel.

6. Klimawandel und Nachhaltigkeit

Der Druck, umweltfreundliche Praktiken umzusetzen, wächst sowohl durch staatliche Vorgaben als auch durch das steigende Bewusstsein der Verbraucher. Nachhaltigkeit wird zunehmend zu einem Wettbewerbsvorteil. Unternehmen können ihre Produktionsprozesse überdenken, auf erneuerbare Energien setzen oder nachhaltige Produkte entwickeln, um sowohl den Erwartungen ihrer Kunden gerecht zu werden als auch regulatorischen Anforderungen zu entsprechen.

7. Bürokratie und rechtliche Rahmenbedingungen

Komplexe Vorschriften und administrative Anforderungen sind für viele Mittelständler eine erhebliche Belastung. Insbesondere kleine Unternehmen stoßen hier schnell an ihre Grenzen. Effizientere Verwaltungsprozesse und gezielte rechtliche Beratung können Abhilfe schaffen. Verbände wie der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) bieten hier Unterstützung und setzen sich für bürokratische Entlastungen ein.


Hilfreiche Quellen zur Selbsthilfe

  • Mittelstand-Digital: Dieses Programm bietet praxisnahe Unterstützung für die Digitalisierung und hilft Unternehmen, ihre Prozesse effizienter zu gestalten.
  • Förderprogramme: Der Staat stellt umfangreiche finanzielle Mittel bereit, um Investitionen in Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Digitalisierung zu fördern.
  • Branchenverbände: Organisationen wie der BVMW bieten nicht nur Beratungsangebote, sondern auch ein starkes Netzwerk für den Austausch unter Gleichgesinnten.

Durch den gezielten Einsatz dieser Ressourcen und die konsequente Umsetzung der genannten Maßnahmen können mittelständische Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern und die aktuellen Herausforderungen erfolgreich bewältigen.

22 März

Firmen ohne Digital-Know-how schrecken neue Kollegen ab

Digitalisierung ist aktuell das Thema Nummer 1 – doch das dazugehörige Wissen fehlt in vielen deutschen Betrieben. So haben nach Angaben der Düsseldorfer Interim-Management Beratung Aurum Interim GmbH 41 Prozent der Führungskräfte und mindestens jeder zweite Mitarbeiter nur ein geringes Digital-Know-how. Dieses Wissensniveau hält digital versierte potenzielle Kollegen davon ab, bei diesen Unternehmen anzuheuern: 59 Prozent der Firmen fällt es schwer, entsprechendes Fachpersonal für sich zu begeistern. Das sind Ergebnisse der Studie “Interim Management 2017”. Für diese wurden von der auf die zeitlich befristete Vermittlung von Führungskräften und Experten spezialisierten Beratung Aurum Interim Management 384 Führungskräfte deutscher Unternehmen befragt.

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10 Nov.

Drei Monate Digitalisierung zum Festpreis

Ein Angebot für die Digitalisierung mittelständischer Unternehmen machten die Project Management Partners. Zur Ausrichtung der Digitalisierung mit Sofortmaßnahmen wird ein Interimmanager für drei Monaten eingesetzt. Er hinterlässt zum Festpreis abgeschlossene Sofortmaßnahmen, eine Messung der digitalen Reife sowie eine Planung für die nächsten Schritte über zwei bis drei Jahre.

08 Nov.

Prozessoptimierung mit QR-Codes

Zwei Partner der Unternehmensberatung Project Management Partners in München haben in kurzer Zeit bei zwei Kunden ein QR-Code basiertes Systems zur Prozesssteuerung von industriellen Entsorgungsprozessen eingeführt.

Im vorliegenden Artikel zu den Hintergründen und Ablauf der Einführung wird auch die Entstehungsgeschichte von QR-Codes und der RFID-Technik geschildert und anhand des Praxisbeispiels die Einführung eines QR-Code basierten Systems zur Prozesssteuerung in der Industrie erläutert. Ergänzend wird ausgeführt, unter welchen Rahmenbedingungen QR-Code oder RFID basierte Systeme wirtschaftlich sind. Es wird gezeigt, dass der Einsatz von QR-Codes – insbesondere für den Mittelstand – eine kostengünstige Alternative zu RFID-Codes darstellen.

05 Nov.

Digitalisierung ohne Risiko – geht das?

Wie können Unternehmen mit der Digitalisierung Schritt halten ohne dabei unkalkulierbare Risiken einzugehen?

Annährend zwei Drittel der mittelständischen Unternehmen halten sich nach aktuellen Studien bei ihrem digitalen Engagement stark zurück obwohl 86 Prozent den Nutzen der Digitalisierung längst erkannt haben. Viele Unternehmer scheuen schwer kalkulierbare Investitionen bei einem ungewissen Nutzen und bevorzugen eine Strategie des „Abwartens“.

In Zeiten von starken Veränderungen gleicht diese Strategie der eines Kaninchens vor der Schlange: Man gewinnt scheinbar Zeit.

Der Harvard Professor Clayton Christensen sieht in Zeiten von sogenannten „Disruptionen“ (starken Störungen des Gleichgewichts etwa durch Innovationen) besondere Nachteile für große und etablierte Unternehmen. Diese Unternehmen seien nicht in der Lage, den sich ändernden Rahmenbedingungen ausreichend starke Veränderungsimpulse ihrer Organisationen entgegen zu setzen. So werden risikobereite Start-ups auf lange Sicht an die Stelle von etablierten Unternehmen treten.

Unter www.erfolgreich-digital.de wir ein Ansatz geschjildet um das Risiko zu minimieren.

01 Nov.

Der Mittelstand und die Digitalisierung

Unter dem Titel »Herausforderungen von Industrie 4.0 für den Mittelstand« beleuchtet eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung wie der deutsche Mittelstand zur Digitalisierung steht. Der Autor ist Dr. Christian Schröder vom Institut für Mittelstandsforschung in Bonn.

Trotz der hohen wirtschaftlichen Potenziale, die mit Industrie 4.0 einhergehen, nähert sich das mittelständische Produzierende Gewerbe dem Thema noch relativ zurückhaltend. Insbesondere die Auswertung großer Datenströme zur Optimierung von Prozessabläufen oder für nachgelagerte Dienstleistungen wird kaum genutzt. Entsprechend selten werden dafür nützliche höhere Cloud-Dienste genutzt. Mittelständlern fällt es angesichts knapper Ressourcen nicht leicht, die technologische Reife entsprechender Lösungen zu beurteilen und deren wirtschaftlichen Nutzen für das Unternehmen einzuschätzen. Es mangelt in der Umsetzung an einem planvollen Vorgehen seitens des Managements. Mangelnde Standards und Normen der Schnittstellentechnologien sind ein weiterer Grund, warum Investitionen in die Integration der IT-Systeme nicht getätigt oder hinausgeschoben werden.

Laut Studie sind nur 5 Prozent der Mittelständler vollkommen vernetzt, je kleiner ein Unternehmen, desto größer sei die Hürde zur Digitalisierung. Laut Schröder schrecken die KMU aus Angst vor Sicherheitslücken und mangelnder Strategie vor der Digitalisierung zurück.

Dennoch ist Schröder, wie auch ande Mittelstandsvertreter, der Überzeugung, dass die deutschen Unternehmen die Digitalisierung nicht verpassen dürfen und umdenken müssen. Dieses Umdenken muss der erste Schritt sein, bevor Cloud-, CRM-, ECM- und viele weitere Systeme sinnvoll eingesetzt werden können.

>> Link auf die Studie als PDF

28 Okt.

Umfrage zur Digitalen Reife / Digital Readiness

Die Fokusgruppe Digital Commerce im Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V. (BVDW) hat die Ergebnisse einer Online-Umfrage (CAWI) zur Abfrage des digitalen Reifegrades von Unternehmen vorgelegt.

Das hierfür verwendete Modell zur Messung des Reifegrades ist dem Reifegradmodell von Project Management Partners durchaus ähnlich, in unserem Modell werden aber mehr Mitarbeiter auf verschiedenen Hierachieebenen befragt.

Bei der vorliegenen Befragung des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft wurden 100 Unternehmen aus den Branchen Handel, sowie Produktion & Herstellung zu acht Dimensionen befragt. Ansprechpartner war lediglich die 1. Führungsebene ab 1 Millionen Euro Umsatz oder ab zehn Mitarbeitern.

Die Ergebnisse der Umfrage vom Juni 2016 enthalten auch drei provokative Thesen zum Status der Unternehmen:

These 1
Mehr als die Hälfte der Unternehmen befindet sich in den unteren drei Reifegraden und sind somit nicht „reif“ für die Digitalisierung.

These 2
Vor allem die kleinen Unternehmen liegen bei der Digitalisierung weit zurück, sodass ihre Überlebenschancen in der Zukunft gering sein werden.

These 3
Die Selbstwahrnehmung und -einschätzung innerhalb der Führungsebenen bei den Soft-Kriterien – wie z.B. Culture – ist teilweise alarmierend realitätsfern, insbesondere im Verhältnis zu den im direkten Vergleich weitaus schlechteren Ergebnissen in den „harten“ Bereichen wie etwa der eingesetzten Technologie.