NIS2 als neuer Maßstab: Cybersecurity für den Mittelstand

Einleitung

Die wachsende Bedrohungslage

Die Digitalisierung hat Unternehmen neue Möglichkeiten eröffnet, birgt jedoch auch erhebliche Risiken. Cyberangriffe sind in den letzten Jahren nicht nur zahlreicher, sondern auch komplexer geworden. Allein im Jahr 2023 meldeten 76 % der mittelständischen Unternehmen in der EU mindestens einen Sicherheitsvorfall, was die Dringlichkeit effektiver Schutzmaßnahmen unterstreicht.

Der Mittelstand im Fokus

Mittelständische Unternehmen sind aufgrund ihrer Größe und begrenzten Ressourcen besonders anfällig für Cyberangriffe. Oft fehlt es an dedizierten IT-Sicherheitsabteilungen, wodurch sie ein leichtes Ziel für Cyberkriminelle darstellen. Hinzu kommt, dass sie durch ihre Innovationskraft und Stellung in Lieferketten eine attraktive Beute sind.

NIS2 als Wendepunkt

Mit der NIS2-Richtlinie setzt die Europäische Union neue Maßstäbe für die Cybersicherheit. Sie verlangt von Unternehmen, proaktive Sicherheitsstrategien umzusetzen, um die wachsenden Gefahren abzuwehren. Dieser Artikel beleuchtet, warum die NIS2-Richtlinie gerade für den Mittelstand eine entscheidende Rolle spielt und wie Unternehmen davon profitieren können.


Was ist NIS2 und warum ist sie so wichtig?

Definition von NIS2

Die NIS2-Richtlinie (Network and Information Security Directive 2) ist eine EU-weite Gesetzgebung, die die Sicherheitsanforderungen für Unternehmen und Organisationen mit kritischen Infrastrukturen erweitert. Sie ersetzt die bisherige NIS-Richtlinie und legt einen verstärkten Fokus auf Risikomanagement, Berichtspflichten und Sanktionen.

Ziele von NIS2

NIS2 verfolgt mehrere zentrale Ziele:

  • Erhöhung des Sicherheitsniveaus: Durch einheitliche Standards soll ein hohes Maß an Cybersicherheit erreicht werden.
  • Harmonisierung in der EU: Die Richtlinie sorgt für gleiche Voraussetzungen in allen Mitgliedstaaten und minimiert regulatorische Unterschiede.
  • Stärkung der Widerstandsfähigkeit: Unternehmen sollen in der Lage sein, Cyberangriffe effektiv abzuwehren und sich schnell davon zu erholen.

Auswirkungen auf den Mittelstand

Auch wenn die NIS2-Richtlinie primär auf kritische Infrastrukturen abzielt, betrifft sie mittelständische Unternehmen indirekt. Insbesondere solche, die als Zulieferer für kritische Sektoren fungieren, müssen erhöhte Sicherheitsstandards erfüllen, um vertrauenswürdig zu bleiben. Zudem setzen große Partner und Kunden zunehmend Sicherheitsanforderungen voraus, die mit NIS2 kompatibel sind.


Die größten Cyberbedrohungen für den Mittelstand

Ransomware

Ransomware-Angriffe verschlüsseln Unternehmensdaten und fordern Lösegeld für deren Freigabe. Für Mittelständler können solche Angriffe existenzbedrohend sein, da sie oft keine umfassenden Backup-Systeme haben.

Phishing-Angriffe

Phishing-Angriffe zielen darauf ab, über manipulierte E-Mails Zugangsdaten oder andere vertrauliche Informationen zu stehlen. Hier ist die Sensibilisierung der Mitarbeiter der erste Schutzmechanismus.

Insider-Bedrohungen

Ob absichtlich oder durch Unachtsamkeit – Insider stellen ein erhebliches Risiko dar. Klare Sicherheitsrichtlinien und regelmäßige Schulungen können Abhilfe schaffen.

DDoS-Angriffe

Distributed-Denial-of-Service (DDoS)-Angriffe überlasten Server mit einer Flut von Anfragen und legen somit IT-Systeme lahm. Schutzmaßnahmen wie Load Balancer oder Cloud-basierte Dienste können Abhilfe schaffen.


NIS2-Anforderungen im Detail

Risikobewertung

Unternehmen müssen regelmäßig Risikoanalysen durchführen, um potenzielle Schwachstellen zu identifizieren und geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Vorfallmanagement

Ein effektives Vorfallmanagement ist essenziell. Unternehmen sollten klare Protokolle entwickeln, um im Ernstfall schnell reagieren zu können. Dazu gehören die Erkennung von Angriffen, die Schadensbegrenzung und die Wiederherstellung des Normalbetriebs.

Lieferantenmanagement

Da viele Cyberangriffe über Zulieferer erfolgen, müssen Unternehmen sicherstellen, dass auch diese hohe Sicherheitsstandards einhalten. Regelmäßige Audits und Verträge mit Sicherheitsklauseln sind hier entscheidend.

Sensibilisierung der Mitarbeiter

Mitarbeiter sind oft die erste Verteidigungslinie gegen Cyberangriffe. Regelmäßige Schulungen zu Themen wie Phishing und Passwortsicherheit sind ein Muss.


Konkrete Maßnahmen zur Umsetzung von NIS2

IT-Sicherheit

  • Regelmäßige Updates: Betriebssysteme und Software sollten stets auf dem neuesten Stand sein.
  • Starke Passwörter: Nutzen Sie Passwortmanager und setzen Sie auf Zwei-Faktor-Authentifizierung.
  • Firewalls und Anti-Malware: Diese sollten zentraler Bestandteil der Sicherheitsstrategie sein.

Datensicherheit

  • Verschlüsselung: Schützen Sie sensible Daten sowohl im Ruhezustand als auch während der Übertragung.
  • Backups: Erstellen Sie regelmäßig Backups und testen Sie deren Wiederherstellbarkeit.

Notfallpläne

Entwickeln Sie Notfallpläne für verschiedene Szenarien und üben Sie diese regelmäßig. So stellen Sie sicher, dass alle Mitarbeiter wissen, was im Ernstfall zu tun ist.

Zusammenarbeit mit externen Experten

Cybersecurity-Dienstleister können Penetrationstests durchführen, Sicherheitslücken aufdecken und Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheitslage implementieren.


Fördermöglichkeiten und Unterstützung

Staatliche Förderprogramme

Viele Länder bieten finanzielle Unterstützung für Cybersecurity-Initiativen. In Deutschland können Unternehmen etwa die Förderprogramme des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Anspruch nehmen.

Branchenverbände

Verbände wie Bitkom oder DIHK bieten wertvolle Informationen und Schulungen im Bereich Cybersicherheit an.

Cybersecurity-Dienstleister

Externe Dienstleister können Unternehmen mit Sicherheitssoftware, Audits und Vorfallmanagement unterstützen.


Fazit

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

Die NIS2-Richtlinie setzt neue Maßstäbe für die Cybersicherheit und fordert insbesondere den Mittelstand zu proaktiven Maßnahmen auf. Unternehmen müssen Risikobewertungen durchführen, Mitarbeiter sensibilisieren und effektive Sicherheitsstrategien umsetzen, um sich vor den wachsenden Bedrohungen zu schützen.

Ausblick

In einer Welt, in der Cyberangriffe immer raffinierter werden, ist kontinuierliche Anpassung essenziell. Die Umsetzung von NIS2 ist ein wichtiger Schritt, doch die Cybersicherheitslandschaft bleibt dynamisch. Unternehmen sollten stets wachsam bleiben und in ihre digitale Sicherheit investieren.


Wichtige Quellen

Die Herausforderungen für den Mittelstand in 2025

Der Mittelstand in Deutschland sieht sich derzeit mit einer Vielzahl komplexer Herausforderungen konfrontiert, die sowohl von globalen Entwicklungen als auch von innerstaatlichen Rahmenbedingungen geprägt sind. Diese Herausforderungen betreffen nahezu alle Branchen und Unternehmen und erfordern proaktive Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.

1. Energiebeschaffung und -kosten

Steigende Energiepreise belasten viele mittelständische Unternehmen erheblich, da sie direkt die Betriebskosten beeinflussen. Besonders energieintensive Branchen wie die Metallverarbeitung oder die Chemieindustrie stehen vor der Aufgabe, Wege zur Kostenreduzierung zu finden. Eine Möglichkeit besteht darin, in energieeffiziente Technologien oder erneuerbare Energien zu investieren. Damit können Unternehmen nicht nur ihre Abhängigkeit von teuren Energieträgern verringern, sondern auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

2. Fachkräftemangel

Der Fachkräftemangel bleibt eine der größten Herausforderungen. Qualifizierte Mitarbeiter zu finden und langfristig zu binden, gestaltet sich zunehmend schwierig, insbesondere in ländlichen Regionen. Mittelständler können sich durch gezielte Maßnahmen wie die Förderung der Weiterbildung, attraktive Vergütungssysteme, flexible Arbeitszeiten und eine positive Unternehmenskultur als attraktive Arbeitgeber positionieren. Besonders jüngere Generationen legen Wert auf soziale Verantwortung und Work-Life-Balance, weshalb Unternehmen ihr Employer Branding entsprechend anpassen sollten.

3. Rohstoffpreise und -knappheit

Die Verfügbarkeit von Rohstoffen ist oft unvorhersehbar, und Preisschwankungen stellen eine zusätzliche Belastung dar. Dies erschwert die Produktionsplanung und erhöht das Risiko von Lieferverzögerungen. Unternehmen, die frühzeitig auf alternative Materialien oder eine Diversifizierung ihrer Lieferanten setzen, können ihre Abhängigkeit reduzieren. Gleichzeitig gewinnt das Recycling von Materialien und die Nutzung von Sekundärrohstoffen an Bedeutung.

4. Lieferkettenstabilität

Globale Ereignisse wie die Pandemie, geopolitische Spannungen oder Naturkatastrophen haben gezeigt, wie fragil internationale Lieferketten sein können. Mittelständler sind häufig stark von wenigen Zulieferern abhängig, was das Risiko bei Störungen erhöht. Der Aufbau eines Netzwerks regionaler und internationaler Lieferanten kann die Resilienz der Lieferkette stärken. Digitale Tools zur Lieferkettenüberwachung helfen zudem, frühzeitig auf Probleme zu reagieren.

5. Digitalisierung

Die Digitalisierung bietet immense Chancen, stellt aber zugleich eine große Herausforderung dar. Viele Unternehmen haben Nachholbedarf, was die Einführung moderner Technologien oder digitaler Geschäftsmodelle betrifft. Die Automatisierung von Prozessen, die Nutzung von Datenanalyse oder der Aufbau eines Online-Vertriebs können die Effizienz steigern und neue Märkte erschließen. Unterstützung bietet hier das Programm „Mittelstand-Digital“, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert wird.
Die neue Richtlinie für Cybersecurity wird in diesem Jahr für Unternehmen der kritischen Infrastruktur verbindlich. Eine Übersicht bietet unser separater Artikel.

6. Klimawandel und Nachhaltigkeit

Der Druck, umweltfreundliche Praktiken umzusetzen, wächst sowohl durch staatliche Vorgaben als auch durch das steigende Bewusstsein der Verbraucher. Nachhaltigkeit wird zunehmend zu einem Wettbewerbsvorteil. Unternehmen können ihre Produktionsprozesse überdenken, auf erneuerbare Energien setzen oder nachhaltige Produkte entwickeln, um sowohl den Erwartungen ihrer Kunden gerecht zu werden als auch regulatorischen Anforderungen zu entsprechen.

7. Bürokratie und rechtliche Rahmenbedingungen

Komplexe Vorschriften und administrative Anforderungen sind für viele Mittelständler eine erhebliche Belastung. Insbesondere kleine Unternehmen stoßen hier schnell an ihre Grenzen. Effizientere Verwaltungsprozesse und gezielte rechtliche Beratung können Abhilfe schaffen. Verbände wie der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) bieten hier Unterstützung und setzen sich für bürokratische Entlastungen ein.


Hilfreiche Quellen zur Selbsthilfe

  • Mittelstand-Digital: Dieses Programm bietet praxisnahe Unterstützung für die Digitalisierung und hilft Unternehmen, ihre Prozesse effizienter zu gestalten.
  • Förderprogramme: Der Staat stellt umfangreiche finanzielle Mittel bereit, um Investitionen in Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Digitalisierung zu fördern.
  • Branchenverbände: Organisationen wie der BVMW bieten nicht nur Beratungsangebote, sondern auch ein starkes Netzwerk für den Austausch unter Gleichgesinnten.

Durch den gezielten Einsatz dieser Ressourcen und die konsequente Umsetzung der genannten Maßnahmen können mittelständische Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern und die aktuellen Herausforderungen erfolgreich bewältigen.

NIS2-Richtlinie: Cybersicherheit als neue Herausforderung

Die neue NIS-2-Richtlinie der Europäischen Union, die ab 2024 verbindlich für viele Unternehmen gilt, stellt den Mittelstand vor eine weitere anspruchsvolle Aufgabe. Die Richtlinie erweitert die bestehenden Anforderungen an die Cybersicherheit und verpflichtet nicht nur große Unternehmen, sondern auch viele mittelständische Betriebe, umfassende Maßnahmen zum Schutz ihrer IT-Systeme und Daten zu implementieren. Ziel ist es, die Resilienz gegenüber Cyberangriffen zu erhöhen und die Sicherheit kritischer Infrastrukturen in der EU zu stärken. Was fordert die NIS2-Richtlinie konkret?

Unternehmen müssen unter anderem:

  • Risikomanagement betreiben: Sicherheitsrisiken in IT-Systemen müssen systematisch identifiziert, bewertet und minimiert werden.
  • Incident-Response-Pläne entwickeln: Maßnahmen für den Umgang mit Cybervorfällen, wie Hackerangriffe oder Datenlecks, sind vorzubereiten.
  • Meldefristen einhalten: Sicherheitsvorfälle müssen innerhalb von 24 Stunden gemeldet werden, um eine schnelle Reaktion zu ermöglichen.
  • Regelmäßige Audits durchführen: Die Einhaltung der Richtlinie wird durch regelmäßige Prüfungen überwacht.

Warum ist die Umsetzung für den Mittelstand schwierig?

Viele mittelständische Unternehmen verfügen nicht über ausreichende Ressourcen oder das technische Know-how, um die neuen Anforderungen zu erfüllen. Hinzu kommt, dass die Einführung solcher Maßnahmen oftmals mit erheblichen Kosten verbunden ist – etwa für neue Softwarelösungen, Schulungen der Mitarbeiter oder externe IT-Sicherheitsdienstleister.

Wie können Mittelständler die Herausforderung meistern?

  1. Awareness schaffen: Die Sensibilisierung der Belegschaft für Cyberrisiken ist der erste Schritt. Regelmäßige Schulungen können dazu beitragen, menschliche Fehler, wie das Öffnen von Phishing-Mails, zu minimieren.
  2. Externe Unterstützung nutzen: IT-Dienstleister und Berater, die auf Cybersicherheit spezialisiert sind, können bei der Einführung und Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen unterstützen.
  3. Förderprogramme in Anspruch nehmen: Der Staat bietet finanzielle Unterstützung, um Unternehmen bei der Umsetzung der NIS-2-Richtlinie zu entlasten.
  4. Standardisierte Lösungen einsetzen: Viele Anbieter bieten branchenspezifische IT-Sicherheitslösungen an, die kostengünstig und schnell implementierbar sind.
  5. Netzwerke und Plattformen nutzen: Austausch mit anderen Unternehmen oder Experten über Netzwerke wie den BVMW oder Plattformen wie „Mittelstand-Digital“ kann wertvolle Hinweise und Best Practices liefern.

Fazit

Die NIS2-Richtlinie mag auf den ersten Blick wie eine weitere bürokratische Hürde wirken, birgt jedoch auch Chancen. Unternehmen, die frühzeitig in Cybersicherheit investieren, können sich nicht nur vor Angriffen schützen, sondern auch das Vertrauen von Kunden und Geschäftspartnern stärken. Zudem wird die Fähigkeit, den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen, künftig zu einem zentralen Wettbewerbsvorteil, da viele Geschäftspartner auf zertifizierte Sicherheitssysteme Wert legen werden.

Weitere Informationen finden Sie hier: NIS2 und Cybersecurity Erfolg statt Kostenfalle: Wie Cybersecurity nach NIS2 zum Erfolg für alle wird

Prozessoptimierung mit QR-Codes

Zwei Partner der Unternehmensberatung Project Management Partners in München haben in kurzer Zeit bei zwei Kunden ein QR-Code basiertes Systems zur Prozesssteuerung von industriellen Entsorgungsprozessen eingeführt.

Im vorliegenden Artikel zu den Hintergründen und Ablauf der Einführung wird auch die Entstehungsgeschichte von QR-Codes und der RFID-Technik geschildert und anhand des Praxisbeispiels die Einführung eines QR-Code basierten Systems zur Prozesssteuerung in der Industrie erläutert. Ergänzend wird ausgeführt, unter welchen Rahmenbedingungen QR-Code oder RFID basierte Systeme wirtschaftlich sind. Es wird gezeigt, dass der Einsatz von QR-Codes – insbesondere für den Mittelstand – eine kostengünstige Alternative zu RFID-Codes darstellen.

Digitalisierung ohne Risiko – geht das?

Wie können Unternehmen mit der Digitalisierung Schritt halten ohne dabei unkalkulierbare Risiken einzugehen?

Annährend zwei Drittel der mittelständischen Unternehmen halten sich nach aktuellen Studien bei ihrem digitalen Engagement stark zurück obwohl 86 Prozent den Nutzen der Digitalisierung längst erkannt haben. Viele Unternehmer scheuen schwer kalkulierbare Investitionen bei einem ungewissen Nutzen und bevorzugen eine Strategie des „Abwartens“.

In Zeiten von starken Veränderungen gleicht diese Strategie der eines Kaninchens vor der Schlange: Man gewinnt scheinbar Zeit.

Der Harvard Professor Clayton Christensen sieht in Zeiten von sogenannten „Disruptionen“ (starken Störungen des Gleichgewichts etwa durch Innovationen) besondere Nachteile für große und etablierte Unternehmen. Diese Unternehmen seien nicht in der Lage, den sich ändernden Rahmenbedingungen ausreichend starke Veränderungsimpulse ihrer Organisationen entgegen zu setzen. So werden risikobereite Start-ups auf lange Sicht an die Stelle von etablierten Unternehmen treten.

Unter www.erfolgreich-digital.de wir ein Ansatz geschjildet um das Risiko zu minimieren.

Der Mittelstand und die Digitalisierung

Unter dem Titel »Herausforderungen von Industrie 4.0 für den Mittelstand« beleuchtet eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung wie der deutsche Mittelstand zur Digitalisierung steht. Der Autor ist Dr. Christian Schröder vom Institut für Mittelstandsforschung in Bonn.

Trotz der hohen wirtschaftlichen Potenziale, die mit Industrie 4.0 einhergehen, nähert sich das mittelständische Produzierende Gewerbe dem Thema noch relativ zurückhaltend. Insbesondere die Auswertung großer Datenströme zur Optimierung von Prozessabläufen oder für nachgelagerte Dienstleistungen wird kaum genutzt. Entsprechend selten werden dafür nützliche höhere Cloud-Dienste genutzt. Mittelständlern fällt es angesichts knapper Ressourcen nicht leicht, die technologische Reife entsprechender Lösungen zu beurteilen und deren wirtschaftlichen Nutzen für das Unternehmen einzuschätzen. Es mangelt in der Umsetzung an einem planvollen Vorgehen seitens des Managements. Mangelnde Standards und Normen der Schnittstellentechnologien sind ein weiterer Grund, warum Investitionen in die Integration der IT-Systeme nicht getätigt oder hinausgeschoben werden.

Laut Studie sind nur 5 Prozent der Mittelständler vollkommen vernetzt, je kleiner ein Unternehmen, desto größer sei die Hürde zur Digitalisierung. Laut Schröder schrecken die KMU aus Angst vor Sicherheitslücken und mangelnder Strategie vor der Digitalisierung zurück.

Dennoch ist Schröder, wie auch ande Mittelstandsvertreter, der Überzeugung, dass die deutschen Unternehmen die Digitalisierung nicht verpassen dürfen und umdenken müssen. Dieses Umdenken muss der erste Schritt sein, bevor Cloud-, CRM-, ECM- und viele weitere Systeme sinnvoll eingesetzt werden können.

>> Link auf die Studie als PDF

KMUs digital | Transformation mit QR-Code basierten Workflows

Industrie-Apps und QR-Codes richtig eingesetzt helfen dabei, Workflows zu digitalisieren und Unternehmen effizienter zu machen. Dass dabei nicht die ganz großen Unternehmen im Mittelpunkt stehen, sondern sich gerade in kleinen und mittleren Unternehmen Abläufe einfach und günstig digitalisieren lassen, haben wir vom 25.10 – 26.10 auf der push|con 2017 vorstellen dürfen.

Patrick Neis bei seinem Vortrag

Frei nach dem Motto „Digitalisierung zum Anfassen“ wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der diesjährigen Pushcon eine Industrie-App demonstriert, die im Rahmen eines Digitalisierungsprojektes aus der Entsorgungswirtschaft realisiert wurde.

Das bemerkenswerte an der App ist, dass sie mit Hilfe eines App-Generator entwickelt wurde, der eine für den Kunden individuelle Entwicklung zu einem Bruchteil der sonst üblichen Entwicklungskosten ermöglicht. Interessant ist ebenfalls der gewählte Ansatz als Endgeräte „Consumer Products“ einzusetzen. Es wurden handelsübliche Tablets eingesetzt, die in geeigneter Weise gehärtet wurden, um so den Bedingungen im industriellen Umfeld zu genügen. Aufgrund der geringen Kosten für die Hardware konnten in dem vorgestellten Kundenprojekt alle Produktionsarbeitsplätze mit Endgeräten zur Datenerfassung ausgestattet werden. Prozessdaten, die früher in Papierform erfasst wurden, können nun direkt am Ort der Transformation digital erfasst werden.

Eine kurzes Video zu der vorgestellten Lösung auf der Pushcon haben wir auf unserem YouTube Channel bereitgestellt.

Video zur einfachen Digitalisierung von Workflows

 

Im Plenum wurde eine rege Diskussion geführt, welche Vor- und Nachteile der Einsatz eines 2D Barcode gegenüber eines RFID Tags mit sich bringt. Ein Aspekt dieser Fragestellung war, ob das Werkstück oder das Behältnis gekennzeichnet werden sollte. Ein Teilnehmer teilte einen interessanten Anwendungsfall.

QR Code im Vergleich zu RFID

Bei der Herstellung von Transportkisten aus Spritzguss (in diesem Fall Gemüsekisten) werden bei der Herstellung bereits im Kunststoff in allen vier Wänden RFID-Codes eingegossen. Dass moderne Behältnis Systeme bereits mit RFID-Tags ausgestattet sind, zeigt noch einmal plastisch, auf welchen Ebenen Digitalisierung greift. Das Fazit der Diskussion war, dass es viele Aspekte gibt, die bei der Entscheidung mitberücksichtigt werden müssen und das die Anwendungsfälle zahlreich sind.

Eine Entscheidungshilfe mit den Vor- und Nachteilen von 2D Barcodes vs. RFID-Tags bietet die nebenstehende Übersicht.

Unser persönliches Resumée von der Veranstaltung: Die Pushcon ist ein sehr gelungener Mix aus Vorträgen und Show Cases, die es gerade kleineren und mittelständische Unternehmen ermöglichen komprimiert sich mit Zukunftstechnologien und Zukunftstrends zu beschäftigen.

Beide Daumen hoch für die Zukunftsmacher aus Ahaus!

Alle Firmen werden zu Software-Firmen

Das Thema „Digitale Transformation“ bringt zum Ausdruck, wie weitreichend der virtuelle Wandel ist. Die Buzzwords Internet of Things, Big Data und Cloud-Services sind in aller Munde und soziale Netzwerke verändern ganze Industrien. Doch wie umfassend nutzen Unternehmen diese technischen Innovationen tatsächlich für Ihre eigenen Geschäftsfelder? Und welche strategischen Konsequenzen ziehen sie aus der Digitalisierung?

Zwischen zaghaft und aktionistisch sind die Reaktionen hinsichtlich der Komplexität des Wandels, der oftmals einer Unternehmenssanierung gleich kommt. So entsteht oft ein „Innovations-Dilemma“: Zunächst stehen Kontrolle und Perfektion einer agilen Unternehmenskultur am häufigsten im Weg. Des Weiteren orientieren sich Deutsche Unternehmer noch überwiegend am Bestand und an traditionellen Produktivitätskennzahlen. Die Kraft disruptiver Innovation hingegen wird meist unterschätzt.

Auf einer gemeinsamen Veranstaltung mit der Hays AG unter Mitwirkung von Project Management Partners wird dieses Dilemma erläutert und Wege aus dem Dilemma aufgezeigt.

Wir laden Sie ein, am 26.10.2016 ab 8:30 Uhr

in der tagungslounge, Katharinenstraße 6, Leipzig
die oben genannten Themen mit uns gemeinsam zu reflektieren:

„Wie sich Digitalisierung auf Unternehmen auswirkt.“

Ablauf:                                                            

8:30 Uhr Empfang/Kaffee und Snacks

9:00 Uhr Vortrag „Herausforderungen der Digitalisierung“

9:30 Uhr Vortrag „Digitaler Wandel = kultureller Wandel?“

Ab ca. 10:00 Uhr: Q&A, Diskussion, Frühstück

Anmeldungen bitte über info@pmps.de

Der Mittelstand und die Digitalisierung

Unter dem Titel »Herausforderungen von Industrie 4.0 für den Mittelstand« beleuchtet eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung wie der deutsche Mittelstand zur Digitalisierung steht. Der Autor ist Dr. Christian Schröder vom Institut für Mittelstandsforschung in Bonn.

Trotz der hohen wirtschaftlichen Potenziale, die mit Industrie 4.0 einhergehen, nähert sich das mittelständische Produzierende Gewerbe dem Thema noch relativ zurückhaltend. Insbesondere die Auswertung großer Datenströme zur Optimierung von Prozessabläufen oder für nachgelagerte Dienstleistungen wird kaum genutzt. Entsprechend selten werden dafür nützliche höhere Cloud-Dienste genutzt. Mittelständlern fällt es angesichts knapper Ressourcen nicht leicht, die technologische Reife entsprechender Lösungen zu beurteilen und deren wirtschaftlichen Nutzen für das Unternehmen einzuschätzen. Es mangelt in der Umsetzung an einem planvollen Vorgehen seitens des Managements. Mangelnde Standards und Normen der Schnittstellentechnologien sind ein weiterer Grund, warum Investitionen in die Integration der IT-Systeme nicht getätigt oder hinausgeschoben werden.

Laut Studie sind nur 5 Prozent der Mittelständler vollkommen vernetzt, je kleiner ein Unternehmen, desto größer sei die Hürde zur Digitalisierung. Laut Schröder schrecken die KMU aus Angst vor Sicherheitslücken und mangelnder Strategie vor der Digitalisierung zurück.

Dennoch ist Schröder, wie auch ande Mittelstandsvertreter, der Überzeugung, dass die deutschen Unternehmen die Digitalisierung nicht verpassen dürfen und umdenken müssen. Dieses Umdenken muss der erste Schritt sein, bevor Cloud-, CRM-, ECM- und viele weitere Systeme sinnvoll eingesetzt werden können.

>> Link auf die Studie als PDF