Projektziel: Das Ziel des Projekts war es, eine Plattform für Cybersecurity-Informationen und -Beratung für Unternehmen der kritischen Infrastruktur aufzubauen (Info unter: https://cybersecurity.pmps.de/). Die Plattform bietet umfassende Informationen zur NIS2-Richtlinie (Network and Information Systems Directive) sowie relevante Sicherheitskontrollen, die Unternehmen bei der Einhaltung gesetzlicher Anforderungen unterstützen. Ein besonderer Mehrwert wird durch ein kompaktes Beratungsangebot geschaffen, das die Unternehmen bei der Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen unterstützt. Dieses Projekt wird durch unseren Partner Hans-Jörg Vohl durchgeführt.
Projektumfang:
Bereitstellung von Informationen zur NIS2-Richtlinie: Die Plattform informiert Unternehmen aus verschiedenen Sektoren der kritischen Infrastruktur detailliert über die Anforderungen und Bestimmungen der NIS2-Richtlinie, die für ihre Sicherheits- und Risikomanagementpraktiken von Bedeutung sind.
Informationen zu relevanten Sicherheitskontrollen (Controls): Auf der Plattform werden relevante Sicherheitskontrollen vorgestellt, die Unternehmen helfen, die Compliance-Anforderungen der NIS2-Richtlinie zu erfüllen. Diese Kontrollen decken Aspekte wie Netzwerksicherheit, Risikomanagement und Vorfallsmanagement ab.
Kompaktes Beratungsangebot: Die Plattform bietet ein maßgeschneidertes Beratungsangebot, das Unternehmen hilft, ihre Sicherheitsstandards zu optimieren und eine effiziente Umsetzung der erforderlichen Kontrollen zu gewährleisten. Dies umfasst die Bereitstellung von Tools, Checklisten und Expertenberatung.
Zielgruppenorientierung: Die Plattform richtet sich an Unternehmen in der kritischen Infrastruktur, einschließlich, aber nicht beschränkt auf, Energieversorger, Gesundheitswesen, Finanzinstitute und Telekommunikationsanbieter, die besondere Anforderungen an die Cybersicherheit haben.
Mehrwert:
Erhöhung der Compliance: Die Plattform hilft Unternehmen, die Anforderungen der NIS2-Richtlinie effizient zu erfüllen, indem sie auch für kleine und mittlere Unternehmen praxisorientierte Informationen und Tools bereitstellt.
Stärkung der Cybersicherheit: Unternehmen erhalten durch die bereitgestellten Sicherheitskontrollen und Beratungsdienstleitungen konkrete Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Sicherheitslage und Risikominimierung.
Zugang zu Fachberatung: Das Beratungsangebot ermöglicht Unternehmen, die Unterstützung von Experten in Anspruch zu nehmen, um ihre Cybersicherheitsstrategien zu aktualisieren und umsetzbare Lösungen zu entwickeln. Die Begleitung durch Berater ist dabei optional.
Digitalisierung bedeutet eine enorme Zunahme an erfolgsrelevantem Wissen und fast zwangsläufig auch eine Zunahme individueller Wissenslücken. Eine an sich banale Erkenntnis, der jedoch meist weder durch eine Anpassung individueller noch organisatorischer Verhaltensmuster ausreichend Rechnung getragen wird. Zusätzlich sind auch Änderungen elementarer Schlüsseltugenden – wie etwa des Führungsverhaltens – notwendig um mit den geänderten Rahmenbedingungen nutzbringend umgehen zu können. Kurz: Veränderungen und Wissensaufbau erfordern neue Routinen, deren Aufbau und Einübung teuer und langwierig sind. Verständlich, dass insbesondere mittelständische Unternehmen dabei oftmals strategische Nachteile haben. Während nämlich große Unternehmen viel erforderliches Know-how im eigenen Unternehmen aufbauen können oder extern beschaffen, müssen kleinere Unternehmen mit engeren Budgets durch gezielte Kooperationen mit komplementären Partnern die eigenen Lücken schließen und Wissen teilen.
Initiative Maschinenraum
Wie das etwa für die Entwicklung neuer, digitaler Geschäftsmodelle funktionieren kann, zeigt die Initiative Maschinenraum, die auf Initiative von Maximilian Viessmann größere Mittelständler mit gemeinsamen Zielen zusammenbringt:
Erleben & Vernetzen
Teilen & Lernen sowie
Umsetzen & Kollaborieren
Das Handelsblatt hat sich den Maschinenraum angeschaut und resümiert: „Soll man ein Start-up kaufen, mit einem kooperieren oder ein eigenes hochziehen? Oder ist vielleicht eine Kooperation mit anderen Mittelständlern die beste Lösung? All diese Fragen lassen sich aber in jedem Fall besser beantworten, wenn man sich vorher mit anderen Mittelständlern ausgetauscht hat. Der ‚Maschinenraum‘ will auch dabei helfen, die Ergebnisse der jeweiligen Überlegungen systematisch aufzuarbeiten.„
Digitale Geschäftsmodelle
Der langfristige Nutzen von reinen Effizienzsteigerungen im meist niedrigen, einstelligen Bereich ist angesichts großer Veränderungen wenig hilfreich. Neue und digitale Geschäftsmodelle gelten heute als die Königsdisziplin, versprechen sie neue Umsätze mit hohen Margen durch Innovation und neue Kunden. In einer groß angelegten Studie von Familienunternehmen der WHU Otto Beisheim School of Management unter der Leitung von Prof. Dr. Nadine Kammerlander und mit Unterstützung der Beratungsgesellschaft ANDERSCH wurde untersucht, wie der aktuelle Status der Digitalen Transformation heute in diesem Unternehmenssegment zu bewerten ist. Für die Studie wurden 1.727 Top-Entscheider aus 1.444 Unternehmen befragt, davon 689 Unternehmen in mehrheitlichem Familienbesitz und 755 im Nicht-Familienbesitz. Demnach erkennen 87 Prozent der befragten Unternehmen Neues, aber nur 43 Prozent sagen, dass sie auch in der Lage sind, dies adäquat zu nutzen.
Studie zur Innovationsfähigkeit deutscher Familienunternehmen
Die Leiterin der Studie resümiert: „Die Schlussfolgerungen, die diese Daten ermöglichen, sind besonders für diese (Corona) Krise ernüchternd. Schon zuvor war eine Fokussierung auf die Verbesserung von Effizienz kritisch zu hinterfragen. (…) Um aus dieser Krise zu kommen, bedarf es für viele nicht nur schmerzhafter Einschnitte im Jetzt – sondern vor allem viel Mut und Selbstvertrauen in der Zukunft. Dazu reicht es nicht aus, Neuerungen zu erkennen. Sondern Unternehmen müssen jetzt die strukturellen und prozessualen Möglichkeiten schaffen, diese Innovationen dann auch konsequent in Richtung Markt umzusetzen.“
Ein wichtiger Schritt in die Zukunftsfähigkeit und eine klare Empfehlung der Forscherin ist die Kooperation mit anderen Unternehmen, vor allem mit Start-ups, deren Lebenszweck es sei, bahnbrechende Innovationen zu erzeugen. Kammerlander ist daher der Ansicht: „Wer nicht kooperiert, stirbt.“ Dies sei eine Überlebensfrage. Schließlich sei auch die Corona-Krise eine bahnbrechende Veränderung: „Es ist ein tieferer Einschnitt mit unklarem Verlauf“.
Daher werde es, so Kammerlander, in den kommenden Jahren sehr viel mehr „Varianz“ bei den Familienunternehmen geben. Also mehr solche, denen es gut gehen und mehr solche, denen es schlecht gehen werde. Dabei hält Nadine Kammerlander auch das Konzept, ausschließlich als Hidden Champion im verborgenen B2B-Geschäft zu glänzen für langfristig „gefährlich“. Wer innovative Mitarbeiter und Kooperationspartner anziehen wolle, müsse visibler werden, ist sie überzeugt. Sie habe durchaus in ihren Studien gesehen, wie innovativ Familienunternehmen bislang waren. Aber auch, dass die manchmal jahrhundertelange Geschichte von Familienunternehmen trotzdem „kein Indiz fürs Überleben“ sei. Den Weckruf durch die Corona-Krise sei nicht zu überhören. Und dabei helfe sicherlich etwas, wofür Familienunternehmen durchaus bekannt sind: Erfahrung und schnelle Entscheidungswege.
Barrieren und Enabler des digitalen Transformationsprozesses Quelle: Soluk J, Kammerlander N & Zöller M (2020): Digitale Transformation im Mittelstand und in Familienunternehmen. Vallendar: WHU, Institut für Familienunternehmen und Andersch AG
Die Studie nennt folgende Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung
Unternehmen benötigen Fähigkeiten zur Einschätzung von Risiko und Veränderungsbereitschaft sowie Kapazitäten zur Implementierung neuer digitaler Initiativen.
Trotz ausreichend vorhandener unternehmerischer Fähigkeiten können sich interne Barrieren ergeben, bspw. durch ein starres Festhalten an bestehenden Strukturen. Der gezielte Einsatz von „Enablern“, wie einer klaren Digitalisierungsstrategie, hilft Barrieren zu überwinden und trägt zu einer erfolgreichen Transformation bei.
Stetige Weiterentwicklungen stehen im Zentrum der erfolgreichen Transformation. Daher sind Lernprozesse im Unternehmen unabdinglich.
Die Förderung von Innovationen muss sich übergreifend auf Prozesse, Produkte, Dienstleistungen und das Geschäftsmodell richten, um so eine erfolgreiche Positionierung für die Zukunft zu schaffen.
Zur stetigen Weiterentwicklung zählt auch die zunehmende Einbindung von Zukunftstechnologien, wie Lösungen, die auf künstlicher Intelligenz beruhen oder Applikationen basierend auf virtuellen Realitäten. Diese werden sich verstärkt auf verschiedene Geschäftsbereiche auswirken.
Die Studie der WHU kann hier kostenlos als PDF heruntergeladen werden.
Der Digital Office Index wird seit 2016 alle zwei Jahre erhoben und publiziert die Ergebnisse repräsentativer Umfragen des Branchenverbandes Bitkom zur Digitalisierung im Büro. Für die Erhebung wurden in der erste Jahreshälfte 2020 Geschäftsführer, Vorstandsmitglieder und IT-Leiter von 1.104 Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten in Deutschland sowie die Leiter von 51 Organisationen der Öffentlichen Verwaltung im Mai und Juni 2020 telefonisch befragt. Die Umfrage ist laut Bitkom damit repräsentativ für die Gesamtwirtschaft.
Informationen zu digitalen Produkten, Dienstleistungen oder Geschäftsmodellen sucht man hier vergeblich, der Fokus gilt administrativen Prozessen im Büroalltag, die für viele Unternehmen jedoch der Einstieg in die Digitalisierung sind.
Bild: Berechnung anhand von 58 ausgewählten Indikatoren aus drei Bereichen
Folgende Feststellungen lassen sich aus den Ergebnissen der Befragung ableiten
Im Coronajahr wurde mehr Hard- und Software angeschafft. Die Digitalisierung schreite fort, aber nicht gleichmäßig.
Die Digitalisierung von Unternehmen wurde durch die Coronavirus-Pandemie in einigen Bereichen beschleunigt. Die öffentlichen Verwaltungen konnten allerdings nur wenig mobil arbeiten und zeigten nur dort deutliche Digitalisierungsschübe, wo Fristen sie dazu trieben.
Bild: Digitalisierungsperspektive
Kleine Unternehmen hinken bei ihren Digitalisierungsvorhaben größeren Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern ebenfalls hinterher. Laut der Erhebung des Bitkom könnten hierfür unter anderem die Digitalisierungsstrategien der Unternehmen verantwortlich sein, die besonders bei großen Unternehmen vorhanden sind. Dort verfolgen 96 Prozent der Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern eine Strategie, bei Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitenden könnten nur 71 Prozent eine vorweisen.
Gegenüber dem Vorjahr investierte im Jahr 2020 jedes dritte Unternehmen mehr in die Digitalisierung von Büro- und Verwaltungsprozessen. Genauer zum Einfluss der Coronavirus-Pandemie im Investitionsbereich gefragt, erklärten mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Unternehmen, dass mehr Hardware angeschafft wurde, 39 Prozent, dass mehr Geld in die Softwarebeschaffung wie etwa Lizenzen floss.
Dass Mitarbeitern für dezentrales Arbeiten – wie beispielsweise auch für das Arbeiten im Homeoffice aufgrund von Coronavirus-Einschränkungen – überhaupt Hardware zur Verfügung steht, ist je nach Unternehmen sehr unterschiedlich. Banken- und Finanzdienstleister gaben an, dass 93 Prozent der festangestellten Mitarbeitenden mobile Endgeräte mit Internetzugang zur Verfügung stehen. In den öffentlichen Verwaltungen lag der Wert bei nur 40 Prozent. Im Land Berlin lag der Wert, so der Leiter der Studie, sogar nur bei 15 Prozent.
In Sachen interne und externe Kommunikation setzt die Hälfte der deutschen Unternehmen weiterhin auf Fax-Geräte. Der Wert sei zwar auch hier von 62 Prozent im Jahr 2018 auf 49 Prozent in 2020 gesunken. In der Mottenkiste liegt das Fax-Gerät damit aber noch lange nicht. E-Mail und Festnetz sind indessen mittlerweile Standard für alle. Sie werden von allen befragten Unternehmen „häufig“ oder „sehr häufig“ benutzt.
Deutlich zugelegt hat die Nutzung von Smartphones im Unternehmensbereich – von 51 Prozent auf 81 Prozent – und auch die Nutzung von Videokonferenzen hat gegenüber 2018, mit 48 Prozent, auf 61 Prozent in 2020 zugenommen. Die Nutzung von Messengerdiensten hat ebenfalls einen Sprung gemacht (von 37 auf 50 Prozent) und Kollaborationstools wie Slack oder Microsoft Teams wurden zumindest in diesem Jahr von 36 Prozent der Unternehmen genutzt.
86 Prozent der Unternehmen stimmten der Aussage zu „Unser Unternehmen hat das Ziel, Briefpost durch digitale Kommunikation zu ersetzen„. Zu 63 Prozent gelinge dies auch. 49 Prozent der Befragten bejahten, dass ihr Unternehmen weniger Dokumente ausdruckt als noch vor einem Jahr. Linda Oldenburg, Vorsitzende des Arbeitskreises Digitale Geschäftsprozesse, wies darauf hin, dass die öffentliche Verwaltung durch den Einsatz von E-Rechnungen dazu beitragen kann, Papierberge in den Büros zu minimieren. Sie nutzt schon zu 82 Prozent E-Rechnungen. Dies liege aber auch daran, dass es hier klare Vorgaben und Fristen gäbe, so Oldenburg. Insgesamt nutzen nur 30 Prozent aller Unternehmen bisher E-Rechnungen.
Der Bitkom bewertet in seinem Digital Office Index 2020 auch die Digitalisierung von Büro- und Verwaltungsprozessen in deutschen Unternehmen auf einer Skala von 0 (überhaupt nicht digitalisiert) bis 100 (vollständig digitalisiert). Im Durchschnitt läge dieser nun bei 55 Punkten. Der Wert für Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern liegt schon bei 67 Punkten, für Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitenden bei 53 Punkten – hier zeige sich eine deutliche Schere.
Bild: Digital Office Index und Subindizes nach Unternehmensgrößenklassen
Laut Bitkom lassen sich auch verschiedene Digitalisierungstypen unter den Unternehmen erkennen. So seien 19 Prozent der Unternehmen Vorreiter, 44 Prozent verbuchen einen überdurchschnittlichen Digitalisierungsfortschritt, 26 Prozent einen unterdurchschnittlichen und elf Prozent gelten als Nachzügler.
Bild: Drei Viertel der Unternehmen haben eine Digitalisierungsstrategie