Die Zukunft der Künstlichen Intelligenz

In den letzten Jahren haben wir Zeuge einer bemerkenswerten Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) geworden, die sich dem Nachbau der Fähigkeiten des Neokortexes annähert. Obwohl wir bereits erhebliche Fortschritte gemacht haben, bleiben einige Schlupflöcher, die die KI von einem vollständigen Abbild der menschlichen Intelligenz abhalten. Diese Defizite lassen sich in drei Hauptkategorien einteilen: Kontextgedächtnis, Weltwissen und soziale Interaktion. In diesem Artikel werden wir diese Bereiche genauer betrachten und den Fortschritten, die in diesen Gebieten erzielt werden, nachgehen.

Kontextgedächtnis: Der Schlüssel zum kohärenten Denken

Kontextgedächtnis bezieht sich auf die Fähigkeit, die Dynamik und die Beziehungen zwischen Gedanken in einem Gespräch oder einem schriftlichen Werk zu verfolgen. Je größer der relevante Kontext, desto exponentiell größer wird die Anzahl der Beziehungen zwischen den einzelnen Gedanken. Ein Satz mit zehn Token birgt beispielsweise 1023 mögliche Beziehungen, während ein Absatz mit 50 Token eine astronomische Anzahl von 1,12 Billionen Beziehungen aufweist.

Obwohl die meisten dieser Beziehungen irrelevant sind, steigen die Anforderungen an die Rechenleistung rapide, wenn ein System das Kontextgedächtnis für ein ganzes Kapitel oder ein Buch pflegen soll. Dies erklärt, warum Systeme wie GPT-4 Dinge vergessen, die ihnen zuvor im Laufe eines Gesprächs mitgeteilt wurden, und warum sie nicht in der Lage sind, Romane mit zusammenhängenden und logischen Handlungen zu schreiben.

Fortschritte in der Kontextverarbeitung

Zwei positive Entwicklungen lassen jedoch Optimismus zu. Erstens machen Forscher erhebliche Fortschritte bei der Entwicklung von KI-Systemen, die sich effizienter auf relevante Kontextdaten konzentrieren können. Zweitens sinken die Kosten für Rechenleistung exponentiell. Zwischen August 2022 und März 2023 GPT-3.5-Anwendungs-API um 96.7%! Dieser Trend wird sich weiter beschleunigen, insbesondere mit der Einführung von KI-gesteuertem Chipdesign, das bereits in Anfängen ist.

Weltwissen: Die Fähigkeit, die Realität zu verstehen

Weltwissen bezieht sich auf die Fähigkeit, Situationen vorzustellen und ihre Konsequenzen in der realen Welt vorherzusagen. Menschen können sich zum Beispiel vorstellen, was passieren würde, wenn die Schwerkraft im Zimmer aufhören würde. Diese Art von kausalem Denken ist für Schlussfolgerungen essentiell, etwa wenn man aus der Position einer zerbrochenen Vase schließt, dass der Hund sie umgestoßen haben könnte.

KI hat bislang Schwierigkeiten, diese Fähigkeit zu entwickeln, da sie über kein robustes Modell verfügt, wie die reale Welt funktioniert. Die Trainingsdaten, auf denen KI-Systeme basieren, enthalten oft nur implizites Wissen in geringem Maße. Dennoch machen KI-Systeme Fortschritte in diesem Bereich, wie beispielsweise in der Fähigkeit, kausale Schlussfolgerungen zu ziehen.

Soziale Interaktion: Die Herausforderung der „Theory of Mind“

Soziale Interaktionen umfassen subtile Nuancen wie ironischen Untertonen in der Stimme, die in den Textdatenbanken, mit denen KI trainiert wird, selten vorkommen. Ohne Verständnis dieser Feinheiten fällt es KI schwer, eine „Theory of Mind“ zu entwickeln, die Fähigkeit, zu erkennen, dass andere Personen andere Ansichten und Wissen haben.

Dennoch machen KI-Systeme Fortschritte in diesem Bereich. Im Jahr 2021 berichtete Blaise Agüera y Arcas von Tests mit dem KI-System LaMDA, das korrekt antwortete, wo Alice ihre Brille suchen würde, nachdem Bob sie versteckt hatte. Zwei Jahre später beantworteten KI-Systeme wie PaLM und GPT-4 viele Fragen zur „Theory of Mind“ korrekt. Diese Fähigkeit wird der KI erhebliche Flexibilität ermöglichen.

Die drei Trends, die den Fortschritt der KI

Mein Optimismus, dass die KI in all diesen Bereichen die Lücke bald schließen wird, basiert auf dem Zusammenspiel von drei Trends:

  1. Verbessertes Preis-Leistungs-Verhältnis bei der Rechenleistung: Die verfügbare Rechengeschwindigkeit zum selben Preis verdoppelt sich seit dem Jahr 2000 etwa alle 1,4 Jahre. Seit 2010 hat sich die Menge der Rechenvorgänge, die beim Training modernster KI-Modelle anfallen, alle 5,7 Monate verdoppelt. Dieser Anstieg kann nicht allein durch Hardware-Verbesserungen erklärt werden, sondern ist auch dem parallelen Rechnen und der erhöhten Investition in KI-Forschung zu verdanken.
  2. Zunehmende Verfügbarkeit von Trainingsdaten: Die erhöhten Ausgaben für das Training zeigen, wie stark der Umfang nützlicher Daten zugenommen hat. Jede Fähigkeit, die ausreichend eindeutige Leistungsbewertungsdaten generiert, kann in ein Deep-Learning-Modell umgesetzt werden, das die KI über das menschliche Können hinausträgt. Selbst unperfekte und indirekte Maßzahlen können verwendet werden, um KI zu verbessern.
  3. Bessere Algorithmen: Die Entwicklung besseren Algorithmen ermöglicht es der KI, effizienter zu lernen und Schlussfolgerungen zu ziehen. Die Verfügbarkeit von Daten eröffnet zunehmend Wege zu übermenschlichen Leistungen, ob es um Spiele, Autofahren, medizinische Bildanalyse oder die Prognose von Proteinfaltung geht.

Die Analogie von Öl und Daten

Die Verfügbarkeit von Daten kann mit Öl verglichen werden. Während einfach zugängliche Ölvorkommen leicht gefördert werden können, erfordert der Zugang zu schwer zugänglichen Lagerstätten mehr Aufwand. Ähnlich verhält es sich mit Daten: Als die Vorteile von Big Data noch relativ klein waren, wurden sie nur gesammelt, wenn das relativ günstig möglich war. Mit der Verbesserung der maschinellen Lernmethoden und der Billigung von Rechenleistung ist der wirtschaftliche Wert von schwer zugänglichen Daten gestiegen.

Der Weg in die Zukunft: Überwindung der letzten Defizite

Die Zukunft der KI liegt in der Überwindung der letzten Defizite im Kontextgedächtnis, Weltwissen und sozialer Interaktion. Durch die Kombination von besserem Preis-Leistungs-Verhältnis, umfangreichen Trainingsdaten und besseren Algorithmen wird die KI in den nächsten Jahren erhebliche Fortschritte machen.

Obwohl die KI noch nicht in der Lage ist, die komplexe Dynamik des menschlichen Denkens vollständig nachzuahmen, ist der Fortschritt ermutigend. Die KI wird zunehmend in der Lage sein, kohärente Geschichten zu erzählen, realistische Vorhersagen zu treffen und soziale Interaktionen zu verstehen.

Weiterführende Links

Kooperation muss sein – besonders im Mittelstand


Digitalisierung bedeutet eine enorme Zunahme an erfolgsrelevantem Wissen und fast zwangsläufig auch eine Zunahme individueller Wissenslücken. Eine an sich banale Erkenntnis, der jedoch meist weder durch eine Anpassung individueller noch organisatorischer Verhaltensmuster ausreichend Rechnung getragen wird. Zusätzlich sind auch Änderungen elementarer Schlüsseltugenden – wie etwa des Führungsverhaltens – notwendig um mit den geänderten Rahmenbedingungen nutzbringend umgehen zu können.
Kurz: Veränderungen und Wissensaufbau erfordern neue Routinen, deren Aufbau und Einübung teuer und langwierig sind. Verständlich, dass insbesondere mittelständische Unternehmen dabei oftmals strategische Nachteile haben. Während nämlich große Unternehmen viel erforderliches Know-how im eigenen Unternehmen aufbauen können oder extern beschaffen, müssen kleinere Unternehmen mit engeren Budgets durch gezielte Kooperationen mit komplementären Partnern die eigenen Lücken schließen und Wissen teilen.

Initiative Maschinenraum

Wie das etwa für die Entwicklung neuer, digitaler Geschäftsmodelle funktionieren kann, zeigt die Initiative Maschinenraum, die auf Initiative von Maximilian Viessmann größere Mittelständler mit gemeinsamen Zielen zusammenbringt:

  • Erleben & Vernetzen
  • Teilen & Lernen sowie
  • Umsetzen & Kollaborieren

Das Handelsblatt hat sich den Maschinenraum angeschaut und resümiert: „Soll man ein Start-up kaufen, mit einem kooperieren oder ein eigenes hochziehen? Oder ist vielleicht eine Kooperation mit anderen Mittelständlern die beste Lösung? All diese Fragen lassen sich aber in jedem Fall besser beantworten, wenn man sich vorher mit anderen Mittelständlern ausgetauscht hat. Der ‚Maschinenraum‘ will auch dabei helfen, die Ergebnisse der jeweiligen Überlegungen systematisch aufzuarbeiten.

Digitale Geschäftsmodelle

Der langfristige Nutzen von reinen Effizienzsteigerungen im meist niedrigen, einstelligen Bereich ist angesichts großer Veränderungen wenig hilfreich. Neue und digitale Geschäftsmodelle gelten heute als die Königsdisziplin, versprechen sie neue Umsätze mit hohen Margen durch Innovation und neue Kunden.
In einer groß angelegten Studie von Familienunternehmen der WHU Otto Beisheim School of Management unter der Leitung von Prof. Dr. Nadine Kammerlander und mit Unterstützung der Beratungsgesellschaft ANDERSCH wurde untersucht, wie der aktuelle Status der Digitalen Transformation heute in diesem Unternehmenssegment zu bewerten ist. Für die Studie wurden 1.727 Top-Entscheider aus 1.444 Unternehmen befragt, davon 689 Unternehmen in mehrheitlichem Familienbesitz und 755 im Nicht-Familienbesitz. Demnach erkennen 87 Prozent der befragten Unternehmen Neues, aber nur 43 Prozent sagen, dass sie auch in der Lage sind, dies adäquat zu nutzen.

Studie zur Innovationsfähigkeit deutscher Familienunternehmen

Die Leiterin der Studie resümiert: „Die Schlussfolgerungen, die diese Daten ermöglichen, sind besonders für diese (Corona) Krise ernüchternd. Schon zuvor war eine Fokussierung auf die Verbesserung von Effizienz kritisch zu hinterfragen. (…) Um aus dieser Krise zu kommen, bedarf es für viele nicht nur schmerzhafter Einschnitte im Jetzt – sondern vor allem viel Mut und Selbstvertrauen in der Zukunft. Dazu reicht es nicht aus, Neuerungen zu erkennen. Sondern Unternehmen müssen jetzt die strukturellen und prozessualen Möglichkeiten schaffen, diese Innovationen dann auch konsequent in Richtung Markt umzusetzen.“

Ein wichtiger Schritt in die Zukunftsfähigkeit und eine klare Empfehlung der Forscherin ist die Kooperation mit anderen Unternehmen, vor allem mit Start-ups, deren Lebenszweck es sei, bahnbrechende Innovationen zu erzeugen. Kammerlander ist daher der Ansicht: „Wer nicht kooperiert, stirbt.“ Dies sei eine Überlebensfrage. Schließlich sei auch die Corona-Krise eine bahnbrechende Veränderung: „Es ist ein tieferer Einschnitt mit unklarem Verlauf“.

Daher werde es, so Kammerlander, in den kommenden Jahren sehr viel mehr „Varianz“ bei den Familienunternehmen geben. Also mehr solche, denen es gut gehen und mehr solche, denen es schlecht gehen werde. Dabei hält Nadine Kammerlander auch das Konzept, ausschließlich als Hidden Champion im verborgenen B2B-Geschäft zu glänzen für langfristig „gefährlich“. Wer innovative Mitarbeiter und Kooperationspartner anziehen wolle, müsse visibler werden, ist sie überzeugt. Sie habe durchaus in ihren Studien gesehen, wie innovativ Familienunternehmen bislang waren. Aber auch, dass die manchmal jahrhundertelange Geschichte von Familienunternehmen trotzdem „kein Indiz fürs Überleben“ sei. Den Weckruf durch die Corona-Krise sei nicht zu überhören. Und dabei helfe sicherlich etwas, wofür Familienunternehmen durchaus bekannt sind: Erfahrung und schnelle Entscheidungswege.

Barrieren und Enabler des digitalen Transformationsprozesses
Quelle: Soluk J, Kammerlander N & Zöller M (2020): Digitale Transformation im Mittelstand und in Familienunternehmen. Vallendar: WHU, Institut für Familienunternehmen und Andersch AG

Die Studie nennt folgende Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung

  • Unternehmen benötigen Fähigkeiten zur Einschätzung von Risiko und Veränderungsbereitschaft sowie Kapazitäten zur Implementierung neuer digitaler Initiativen.
  • Trotz ausreichend vorhandener unternehmerischer Fähigkeiten können sich interne Barrieren ergeben, bspw. durch ein starres Festhalten an bestehenden Strukturen. Der gezielte Einsatz von „Enablern“, wie einer klaren Digitalisierungsstrategie, hilft Barrieren zu überwinden und trägt zu einer erfolgreichen Transformation bei.
  • Stetige Weiterentwicklungen stehen im Zentrum der erfolgreichen Transformation. Daher sind Lernprozesse im Unternehmen unabdinglich.
  • Die Förderung von Innovationen muss sich übergreifend auf Prozesse, Produkte, Dienstleistungen und das Geschäftsmodell richten, um so eine erfolgreiche Positionierung für die Zukunft zu schaffen.
  • Zur stetigen Weiterentwicklung zählt auch die zunehmende Einbindung von Zukunftstechnologien, wie Lösungen, die auf künstlicher Intelligenz beruhen oder Applikationen basierend auf virtuellen Realitäten. Diese werden sich verstärkt auf verschiedene Geschäftsbereiche auswirken.

Die Studie der WHU kann hier kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

Digitalisierung in Büro: Drei Viertel haben eine Strategie

Der Digital Office Index wird seit 2016 alle zwei Jahre erhoben und publiziert die Ergebnisse repräsentativer Umfragen des Branchenverbandes Bitkom zur Digitalisierung im Büro. Für die Erhebung wurden in der erste Jahreshälfte 2020 Geschäftsführer, Vorstandsmitglieder und IT-Leiter von 1.104 Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten in Deutschland sowie die Leiter von 51 Organisationen der Öffentlichen Verwaltung im Mai und Juni 2020 telefonisch befragt. Die Umfrage ist laut Bitkom damit repräsentativ für die Gesamtwirtschaft.

Informationen zu digitalen Produkten, Dienstleistungen oder Geschäftsmodellen sucht man hier vergeblich, der Fokus gilt administrativen Prozessen im Büroalltag, die für viele Unternehmen jedoch der Einstieg in die Digitalisierung sind.

Bild: Berechnung anhand von 58 ausgewählten Indikatoren aus drei Bereichen

Hier geht es direkt zur Studie, die als PDF kostenlos heruntergeladen werden kann.

Folgende Feststellungen lassen sich aus den Ergebnissen der Befragung ableiten

  • Im Coronajahr wurde mehr Hard- und Software angeschafft. Die Digitalisierung schreite fort, aber nicht gleichmäßig.
  • Die Digitalisierung von Unternehmen wurde durch die Coronavirus-Pandemie in einigen Bereichen beschleunigt. Die öffentlichen Verwaltungen konnten allerdings nur wenig mobil arbeiten und zeigten nur dort deutliche Digitalisierungsschübe, wo Fristen sie dazu trieben.
Bild: Digitalisierungsperspektive
  • Kleine Unternehmen hinken bei ihren Digitalisierungsvorhaben größeren Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern ebenfalls hinterher. Laut der Erhebung des Bitkom könnten hierfür unter anderem die Digitalisierungsstrategien der Unternehmen verantwortlich sein, die besonders bei großen Unternehmen vorhanden sind. Dort verfolgen 96 Prozent der Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern eine Strategie, bei Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitenden könnten nur 71 Prozent eine vorweisen.
  • Gegenüber dem Vorjahr investierte im Jahr 2020 jedes dritte Unternehmen mehr in die Digitalisierung von Büro- und Verwaltungsprozessen. Genauer zum Einfluss der Coronavirus-Pandemie im Investitionsbereich gefragt, erklärten mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Unternehmen, dass mehr Hardware angeschafft wurde, 39 Prozent, dass mehr Geld in die Softwarebeschaffung wie etwa Lizenzen floss.
  • Dass Mitarbeitern für dezentrales Arbeiten – wie beispielsweise auch für das Arbeiten im Homeoffice aufgrund von Coronavirus-Einschränkungen – überhaupt Hardware zur Verfügung steht, ist je nach Unternehmen sehr unterschiedlich. Banken- und Finanzdienstleister gaben an, dass 93 Prozent der festangestellten Mitarbeitenden mobile Endgeräte mit Internetzugang zur Verfügung stehen. In den öffentlichen Verwaltungen lag der Wert bei nur 40 Prozent. Im Land Berlin lag der Wert, so der Leiter der Studie, sogar nur bei 15 Prozent.
  • In Sachen interne und externe Kommunikation setzt die Hälfte der deutschen Unternehmen weiterhin auf Fax-Geräte. Der Wert sei zwar auch hier von 62 Prozent im Jahr 2018 auf 49 Prozent in 2020 gesunken. In der Mottenkiste liegt das Fax-Gerät damit aber noch lange nicht. E-Mail und Festnetz sind indessen mittlerweile Standard für alle. Sie werden von allen befragten Unternehmen „häufig“ oder „sehr häufig“ benutzt.
  • Deutlich zugelegt hat die Nutzung von Smartphones im Unternehmensbereich – von 51 Prozent auf 81 Prozent – und auch die Nutzung von Videokonferenzen hat gegenüber 2018, mit 48 Prozent, auf 61 Prozent in 2020 zugenommen. Die Nutzung von Messengerdiensten hat ebenfalls einen Sprung gemacht (von 37 auf 50 Prozent) und Kollaborationstools wie Slack oder Microsoft Teams wurden zumindest in diesem Jahr von 36 Prozent der Unternehmen genutzt.
  • 86 Prozent der Unternehmen stimmten der Aussage zu „Unser Unternehmen hat das Ziel, Briefpost durch digitale Kommunikation zu ersetzen„. Zu 63 Prozent gelinge dies auch. 49 Prozent der Befragten bejahten, dass ihr Unternehmen weniger Dokumente ausdruckt als noch vor einem Jahr. Linda Oldenburg, Vorsitzende des Arbeitskreises Digitale Geschäftsprozesse, wies darauf hin, dass die öffentliche Verwaltung durch den Einsatz von E-Rechnungen dazu beitragen kann, Papierberge in den Büros zu minimieren. Sie nutzt schon zu 82 Prozent E-Rechnungen. Dies liege aber auch daran, dass es hier klare Vorgaben und Fristen gäbe, so Oldenburg. Insgesamt nutzen nur 30 Prozent aller Unternehmen bisher E-Rechnungen.
  • Der Bitkom bewertet in seinem Digital Office Index 2020 auch die Digitalisierung von Büro- und Verwaltungsprozessen in deutschen Unternehmen auf einer Skala von 0 (überhaupt nicht digitalisiert) bis 100 (vollständig digitalisiert). Im Durchschnitt läge dieser nun bei 55 Punkten. Der Wert für Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern liegt schon bei 67 Punkten, für Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitenden bei 53 Punkten – hier zeige sich eine deutliche Schere.
Bild: Digital Office Index und Subindizes nach Unternehmensgrößenklassen
  • Laut Bitkom lassen sich auch verschiedene Digitalisierungstypen unter den Unternehmen erkennen. So seien 19 Prozent der Unternehmen Vorreiter, 44 Prozent verbuchen einen überdurchschnittlichen Digitalisierungsfortschritt, 26 Prozent einen unterdurchschnittlichen und elf Prozent gelten als Nachzügler.
Bild: Drei Viertel der Unternehmen haben eine Digitalisierungsstrategie

KMUs digital | Transformation mit QR-Code basierten Workflows

Industrie-Apps und QR-Codes richtig eingesetzt helfen dabei, Workflows zu digitalisieren und Unternehmen effizienter zu machen. Dass dabei nicht die ganz großen Unternehmen im Mittelpunkt stehen, sondern sich gerade in kleinen und mittleren Unternehmen Abläufe einfach und günstig digitalisieren lassen, haben wir vom 25.10 – 26.10 auf der push|con 2017 vorstellen dürfen.

Patrick Neis bei seinem Vortrag

Frei nach dem Motto „Digitalisierung zum Anfassen“ wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der diesjährigen Pushcon eine Industrie-App demonstriert, die im Rahmen eines Digitalisierungsprojektes aus der Entsorgungswirtschaft realisiert wurde.

Das bemerkenswerte an der App ist, dass sie mit Hilfe eines App-Generator entwickelt wurde, der eine für den Kunden individuelle Entwicklung zu einem Bruchteil der sonst üblichen Entwicklungskosten ermöglicht. Interessant ist ebenfalls der gewählte Ansatz als Endgeräte „Consumer Products“ einzusetzen. Es wurden handelsübliche Tablets eingesetzt, die in geeigneter Weise gehärtet wurden, um so den Bedingungen im industriellen Umfeld zu genügen. Aufgrund der geringen Kosten für die Hardware konnten in dem vorgestellten Kundenprojekt alle Produktionsarbeitsplätze mit Endgeräten zur Datenerfassung ausgestattet werden. Prozessdaten, die früher in Papierform erfasst wurden, können nun direkt am Ort der Transformation digital erfasst werden.

Eine kurzes Video zu der vorgestellten Lösung auf der Pushcon haben wir auf unserem YouTube Channel bereitgestellt.

Video zur einfachen Digitalisierung von Workflows

 

Im Plenum wurde eine rege Diskussion geführt, welche Vor- und Nachteile der Einsatz eines 2D Barcode gegenüber eines RFID Tags mit sich bringt. Ein Aspekt dieser Fragestellung war, ob das Werkstück oder das Behältnis gekennzeichnet werden sollte. Ein Teilnehmer teilte einen interessanten Anwendungsfall.

QR Code im Vergleich zu RFID

Bei der Herstellung von Transportkisten aus Spritzguss (in diesem Fall Gemüsekisten) werden bei der Herstellung bereits im Kunststoff in allen vier Wänden RFID-Codes eingegossen. Dass moderne Behältnis Systeme bereits mit RFID-Tags ausgestattet sind, zeigt noch einmal plastisch, auf welchen Ebenen Digitalisierung greift. Das Fazit der Diskussion war, dass es viele Aspekte gibt, die bei der Entscheidung mitberücksichtigt werden müssen und das die Anwendungsfälle zahlreich sind.

Eine Entscheidungshilfe mit den Vor- und Nachteilen von 2D Barcodes vs. RFID-Tags bietet die nebenstehende Übersicht.

Unser persönliches Resumée von der Veranstaltung: Die Pushcon ist ein sehr gelungener Mix aus Vorträgen und Show Cases, die es gerade kleineren und mittelständische Unternehmen ermöglichen komprimiert sich mit Zukunftstechnologien und Zukunftstrends zu beschäftigen.

Beide Daumen hoch für die Zukunftsmacher aus Ahaus!

Firmen ohne Digital-Know-how schrecken neue Kollegen ab

Digitalisierung ist aktuell das Thema Nummer 1 – doch das dazugehörige Wissen fehlt in vielen deutschen Betrieben. So haben nach Angaben der Düsseldorfer Interim-Management Beratung Aurum Interim GmbH 41 Prozent der Führungskräfte und mindestens jeder zweite Mitarbeiter nur ein geringes Digital-Know-how. Dieses Wissensniveau hält digital versierte potenzielle Kollegen davon ab, bei diesen Unternehmen anzuheuern: 59 Prozent der Firmen fällt es schwer, entsprechendes Fachpersonal für sich zu begeistern. Das sind Ergebnisse der Studie “Interim Management 2017”. Für diese wurden von der auf die zeitlich befristete Vermittlung von Führungskräften und Experten spezialisierten Beratung Aurum Interim Management 384 Führungskräfte deutscher Unternehmen befragt.

>> Lesen Sie hier mehr

Veranstaltung zur Digitalisierung mit der TIBA Managementberatung GmbH

Gemeinsam mit der Münchener Unternehmensberatung TIBA GmbH haben die Project Management Partners am Mittwoch, dem 12. Oktober 2016 von 16:30 bis 19:00 Uhr im Hofbräuhaus München eine Informationsveranstaltung abgehalten.

Die Erkenntnis

Das Projekt Digitalisierung ist in kleinen Schritten machbar und auch für den Mittelstand beherrschbar.

Es wurde in Vorträgen und Diskussionen vorgestellt:

  • Was sich hinter dem Schlagwort Digitalisierung alles verbirgt und welche Erfahrungen im Markt schon gesammelt wurden
  • Wie in einem Praxisbeispiel Geschäftsprozesse mit QR-Code automatisiert wurden
  • Wie Sie mit neuen und agilen Methoden innovative und kundenorientierte Dienstleistungen und Produkte entwickeln
  • Wie Sie mit Hilfe von IT neue und erfolgreiche Serviceleistungen auf den Markt bringen
  • Wie Sie mit einer agilen Unternehmenskultur ihre Ziele auch wirklich erreichen

Teilnehmerkreis
Der richtete sich in erster Linie an Unternehmer und Geschäftsführer von mittelständischen Unternehmen, die sich schrittweise und kontrolliert die Möglichkeiten der Digitalisierung erschließen möchten.

Die Referenten sind u.a.:

  • Ralf Ruß, Tiba Managementberatung GmbH
    Business Executive, Praktiker und Berater für IT-basierte Veränderungsprojekte und Strategien. Beschäftigt sich seit mehreren
    Jahren mit der Auswirkung der Digitalisierung auf Märkte Geschäftsmodelle, Prozesse und Organisationen.
  • Hans-Jörg Vohl, Partner von Project Management Partners
    Experte im Management von strategischen Veränderungen. Referent und Keynote-Speaker in zahlreichen Veranstaltungen zur Digitalisierung und Agilität von Unternehmen.

Aufnahmen von zwei Beiträgen der Veranstaltung:

>> Audio-Mitschitt zum Thema „Automatisierung von Geschäftsprozessen mit QR-Codes“ (Hans-Jörg Vohl)

>> Audio-Mitschitt zum Thema „Objectives & Key Results“ (Hans-Jörg Vohl)

Vorstellung von Industrie 4.0 für den Unternehmerkeis Weilheim-Peissenberg

Unter dem Titel »Industrie 4.0: Auf dem Weg zur intelligenten und flexiblen Produktion« fand am 28. September in Weilheim in Oberbayern eine Veranstaltung statt. Gastgeber sind die Unternehmen Dr. Müller Diamantmetall, die Bauer Unternehmensgruppe, Project Management Partners und die Agfa-Gevaert HealthCare Gmbh.

Es wurden Praxisbeispiele für Industrie 4.0-Anwendungen geschildert und deren Vorteile für Unternehmen erläutert.

Für Project Management Partners hat Hans-Jörg Vohl »Die Einführung von QR-Codes zur Prozessverbesserung und -steuerung« aus einem Projekt demonstriert.

Es gab folgende Programmpunkte:

  • 17:30 Uhr: Begrüßung durch den Unternehmerkreis
  • 17.35 Uhr: Vorstellung Dr. Müller Diamantmetall AG
  • 18:20 Uhr: Imbiss
  • 19:00 Uhr: Vorträge der Referenten
  • ca. 20:00 Uhr: Diskussion zum Vortrag
  • ca. 20:45 Uhr: Verabschiedung

anschließend fanden noch in kleinen Runden lebhafte Diskussionen und Gespräche zum Thema Mittelstand und Industrie 4.0 statt.

Bei Interesse an dem Thema Industrie 4.0 nehmen Sie bitte >> hier Kontakt mit uns auf.

Landing Page zur digitalen Transformation

Die digitale Transformation ist ein Kernthema für Project Management Partners.

Neben Vorträgen und Workshops bieten wir auch zu Festpreisen ein Beratungsmodell an, mit dessen Hilfe die digitalte Reife eines Unternehmens inerhalb eines Jahres gemessen und mit einer digitalen Roadmap deutlich gesteigert wird.

Folgende Schritte in die digitale Transformation bieten wir an

  • Schritt 1: Vortrag / Workshop
  • Schritt 2: Assessment Digitalisierungsreife
    Interviews und internetbasierte Fragebögen
  • Schritt 3: Aufsetzen des ersten OKR-Zyklus
    Workshops und Einzelgespräche
  • Schritt 4: Begleiten des ersten OKR-Zyklus
    Coaching und Projektmanagement, Ziel: Erstellen einer digitalen Roadmap, ggf. Einsatz einer App
  • Schritt 5: Begleiten des zweiten OKR-Zyklus
    Coaching, Erneute Messung der digitalen Reife, Reflexion und Justierung des Prozesses
  • Optional: Zubuchen von Experten als Coaches oder Interim Manager z.B. zur technischen Transformation, zum Innovations- oder Projektmanagement, Erarbeiten und Erproben neuer, digitaler Geschäftsmodelle

Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Seite zur Digitalen Reife oder im Flyer zum Assessment Digitale Reife als Download im PDF-Format